ūüĎ£ M√§useplage auf dem Trekkingplatz: Was gegen M√§use hilft. M√§use vertreiben. ūüĎ£

 

Waldmaus Lagerplatz

 

Auf manchen Trekkingpl√§tzen kommt es bisweilen zu einer √úberbev√∂lkerung an M√§usen, einer M√§useplage. Das ist dann nat√ľrlich sehr √§rgerlich f√ľr Vorr√§te, Ausr√ľstung und den wohlverdienten Schlaf! Wie hoch die M√§usebev√∂lkerung auf einem Waldlagerplatz ist, h√§ngt allgemein vom Wetter und vom Nahrungsangebot ab. Das hei√üt, wenn der Winter milde und das Fr√ľhjahr vorteilhaft waren; wenn die Eiche, die Buche und die Kastanie ihr Mastjahr hatten und auch sonst viel Nahrung zu finden ist, dann kann die M√§usepopulation sprunghaft ansteigen. Man spricht von einem M√§usejahr. Eine M√§useplage wird zus√§tzlich gef√∂rdert durch die Essensreste der Trekker und Fernwanderer auf gut besuchten Naturzeltpl√§tzen. Zuweilen ist deshalb jedes Jahr ein M√§usejahr!

 

Die Waldmaus

Um welche Mäuse handelt es sich letztendlich bei den Trekkinplatz-Mäusen?

Naturlagerplatz Mäuse

F.C. Robiller von naturlichter.de

Allgemein werden die Trekkingplätze von der Waldmaus (Apodemus sylvaticus) besucht. Die Waldmaus zählt innerhalb der Familie der Langschwanzmäuse (Muridae) zur Gattung der Waldmäuse (Apodemus). Sie wird im Volksmund auch Springmaus genannt. Die Waldmaus kann leicht mit der Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) verwechselt werden. Die Gelbhalsmaus ist jedoch etwas größer und der Schwanz ist ein wenig länger. Womöglich sind vereinzelt auch andere Arten zu finden.

 

Hier ist die Waldmaus sehr gut beschrieben: Waldmaus – Tierdoku. Allgemein hat sie einen sehr gut entwickelten Geruchs- und Sehsinn. Sie lebt nicht im tiefen Wald, sondern eher auf freien Fl√§chen mit Geb√ľsch, lichten W√§ldern und Waldr√§ndern. Somit sind die Trekkingpl√§tze f√ľr die Waldmaus geradezu ein St√ľck Heimat ūüėē . Sie ist haupts√§chlich nachtaktiv, ist aber auch sehr h√§ufig tags√ľber zu sehen.¬†K√§lte kann sie gut vertragen und h√§lt auch keinen Winterschlaf. Erw√§hnenswert ist, dass sie nicht nur sehr schnell ist, sondern sehr gut springen und klettern kann! Daher baut die „Springmaus“ nicht nur bis zu 50 cm tiefe Baue, sondern nistet auch in Baumh√∂hlen und Vogelnistk√§sten.

 

Ist ein Naturlagerplatz von Waldm√§usen befallen, so sind die in der Regel einzelg√§ngerischen Tiere auch etwas geselliger. Wir haben pers√∂nlich und bei anderen Trekkern mehr als einmal erlebt, dass M√§use richtig frech sein k√∂nnen und keine Angst vor Menschen haben. Zelt und Wanderst√∂cke angeknappert, Isomatte und Socken durchl√∂chert, Vorr√§te direkt neben einem von der Sitzbank geklaut, an B√§umen aufgeh√§ngte Rucks√§cke angenagt, Schuhsohlen und Aufbewahrungss√§cke angefressen, in H√§ngematten hineingeklettert und noch vieles mehr. Was nicht vorkommt, ist dass sich eine ganze „Meute“ Waldm√§use auf potenzielle Nahrung st√ľrzt – da bleiben sie in ihrem Fresstrieb Einzelg√§nger.

 

Maßnahmen gegen Mäuse

Katze TrekkingplatzWie kann eine M√§useplage verhindert werden? Und was kann man tun, wenn die M√§use schon l√§ngt √ľberhand genommen haben? Was hilft gegen M√§use? Wie kann man M√§use vertreiben?

Die nat√ľrlichste Methode eine M√§useplage in Schach zu halten oder gar zu eliminieren, ist eine Katze einzusetzen, der beste M√§usej√§ger der Welt. Nur eine Hauskatze im Wald auszuwildern ist nicht tierlieb. Au√üerdem w√ľrden Trekker sie vermutlich f√ľttern, so dass sie sich nicht mehr f√ľr M√§use interessiert. Und eine Wildkatze ist zu scheu, um sich die Lagerpl√§tze mit den Menschen zu teilen und bleibt fern. Das gilt auch f√ľr Greifv√∂gel, wie M√§usebussarde und Eulen aller Art, die ebenso die von Menschen besuchten Wildniszeltpl√§tze meiden.

Kommen wir zu etwas praktischeren Ma√ünahmen gegen Springm√§use. Einerseits k√∂nnen wir durch angebrachtes Verhalten als Trekker und zudem zus√§tzlich durch einige Mittel zur Abwehr und Abschreckung den Nagern auf die Pelle r√ľcken.

 

Angebrachtes Verhalten als Trekker und Fernwanderer

Das eigene Verhalten kann dazu beitragen weniger von Mäusen belästigt zu werden. Zudem kann es helfen eine Mäuseplage vorzubeugen. Aber was sollte man als Trekker und Fernwanderer allgemein beachten? Hier ein paar Tipps und Tricks:

  • Nicht f√ľttern! So niedlich sie auch aussehen.

  • Keine Essensreste auf dem Trekkingplatz hinterlassen!

  • Essensabf√§lle nicht in den Wald werfen!

  • M√ľll und Abf√§lle immer mitnehmen!

  • Vorr√§te sicher einpacken!

  • Vorr√§te bzw. Rucksack hoch an einen Baum aufh√§ngen.

 

M√§use f√ľtternDie gef√ľtterten M√§use verlieren ihre Scheu und trauen sich auch bei Tageslicht an die Trekker heran, in der Erwartung noch mehr Leckereien zu bekommen. Auch nachfolgende Wanderer werden von diesen M√§usen regelrecht traktiert. Hinterlassene Essensreste am Platz und weggeworfene Essensabf√§lle im Wald locken noch mehr Waldm√§use aus dem Umkreis heran. Auch die im Rucksack sicher geglaubte Vorr√§te werden dann Ziel der feinen Nasen. Und nach dem Essen zun√§chst alles liegen zu lassen…. ist eigentlich eine Einladung an die Nager.

Zu beachten ist, dass M√§use sich durch Plastiks√§cke, Rucks√§cke und Zeltplanen knappern k√∂nnen. Zur sicheren Aufbewahrung von Vorr√§ten sind verschlie√übare Boxen, Beh√§lter und Dosen aus festem Material optimal. Sie sind aber meist schwer und sperrig! Ersatzweise kann man wasserdichte Aufbewahrungst√ľten oder S√§cke verwenden. Durch die Wasserdichtigkeit k√∂nnen die Waldm√§use die Nahrung nicht riechen und finden sie nicht. Sind die T√ľten und S√§cke aber au√üen mit dem Essen in Kontakt gekommen, werden auch sie Opfer der kleinen Z√§hnchen.

 

Rucksack aufhängen auf dem Trekkingplatz

Diese Rucksäcke hängen immer noch zu tief! Noch höher ziehen!

Am besten h√§ngt man gleich sein ganzes nicht ben√∂tigtes Hab und Gut an einen Baum. Denn auf Trekkingtour riecht die Trekkingausr√ľstung irgendwann zwangsl√§ufig nach Nahrung. Aber M√§use k√∂nnen gut klettern, auch an waagrechten Schn√ľren entlang und sehr gut springen!

Also wie den Rucksack aufh√§ngen? Am besten so: Man bindet ein ausreichend langes Seil (z.B. 4 m) an den Rucksack, das andere Seilende beschwert man mit einem angebundenen St√∂ckchen (oder Steinchen) und wirft es √ľber einen mindestens 3 m hohen Ast. Nun wird der Rucksack hochgezogen bis er auf halber H√∂he in der Luft h√§ngt und festgebunden. Sehr wichtig ist es, genug Abstand vom Baumstamm zu halten. H√§ngt auf keinen Fall den Rucksack direkt an den Baumstamm oder ohne Seil an einen Ast. Den Rucksack zus√§tzlich in eine Regenabdeckung oder einen Plastiksack zu stecken hilft nicht nur gegen Regen, sondern gegen den Geruchssinn der Nager. Ist kein angemessener Ast zu finden, so bindet man zuerst ein waagrechtes Seil zwischen zwei B√§umen auf.

Die Freunde der H√§ngematten k√∂nnen sich leider nicht immer sicher f√ľhlen! Sind die Nager besonders hungrig, so klettern sie die B√§ume hoch und √ľber die Seile in die H√§ngematte. Hier hilft ein genialer Trick: Man spannt das Tarp so tief √ľber die H√§ngematte, dass es auf die Seile der H√§ngematte aufliegt. Die Waldm√§use, die √ľber die Seile get√§nzelt kommen, rutschen auf dem Tarp aus in die Tiefe! ūüėÜ Ersatzweise bastelt man sich zwei „Halskrause“ aus glattem Material f√ľr die Leinen, z.B. aus einer halbierten PET-Flasche.

Faustregel: Was sie nicht sehen oder riechen können, das macht sie auch nicht heiß!

 

Mittel zur Abwehr und Abschreckung gegen Mäuse

Es gibt diverse Mittel, die M√§use abwehren und abschrecken k√∂nnen. Es handelt sich hierbei meist um Hausmittel, die √ľberall leicht zu bekommen sind. Neben dem richtigen Verhalten gegen√ľber den Springm√§usen, erg√§nzen diese Mittel die Bem√ľhungen der Trekker sich zu wehren. Eine hundertprozentige Zuverl√§ssigkeit ist aber nicht gegeben. Diese Hausmittel k√∂nnen helfen:

  • Cayennepfeffer.

  • Chilischoten oder Chilipulver.

  • Oleanderbl√§ttern, Gew√ľrznelken.

  • Kamille, Pfefferminz, Minze, Lavendel (auch als √Ėl).

  • Pfefferabwehrmittel (Pfefferspray)!

  • Katzenhaare.

 

Chili gegen M√§useDas Prinzip der oben genannten Mittel ist einfach. M√§use haben einen hervorragenden Geruchssinn, den man sich zunutze machen kann. Man streut die f√ľr die Springm√§use absto√üende Hausmittel aus. So kann man ganz gezielt sein Nachtlager, die Trekkingausr√ľstung und die Vorr√§te sch√ľtzen. Die scharfen und w√ľrzigen Ger√ľche verschleiern zudem die Duftspuren der M√§use, die dann Ihre Wege nicht mehr finden. Daher k√∂nnen zus√§tzlich die M√§usel√∂cher und M√§usewege in der N√§he behandelt werden. Keine Sorge, Waldm√§use legen mehrere Ausg√§nge an.

Besonders effektiv sind Cayennepfeffer und Chili. Diese scharfen Gew√ľrze treiben aber nicht nur den Nagern die Tr√§nen in den Augen! Hier ist h√∂chste Vorsicht geboten, denn leicht sind H√§nde und Ausr√ľstungsgegenst√§nde damit beschmiert. Sollte es dann zum Kontakt mit den Augen kommen, hilft nur noch reichlich auswaschen!

Lavendel auf dem TrekkingplatzSollte man sich daher gegen scharfe Gew√ľrze entscheiden, k√∂nnen auch nicht so aggressive pflanzliche Mittel helfen.¬† Oleanderbl√§ttern, Gew√ľrznelken,¬†Kamille, Pfefferminz, Minze, Lavendel (auch als √Ėl oder Duftwasser). Der Vorteil dieser liegt darin, dass die Trekkingausr√ľstung und die Vorr√§te damit gezielt behandelt werden k√∂nnen. In fester Form (z.B. als Bl√§tter) k√∂nnen sie gut in kleinen Stoffbeutelchen aufbewahrt werden, die zur Ausr√ľstung gesteckt werden. In Form √§therischer √Ėle oder Duftw√§sserchen haften sie besser an zu behandelnden Objekten, wie Leinen, √Ąsten, Planen, Rucks√§cke usw. Auch dann ist eine gewissen Vorsicht geboten, nichts in die Augen zu bekommen.

Pfefferspray auf TrekkingWer an Katzenhaare kommt, kann diese ebenso in Stoffbeutelchen sammeln und mit sich f√ľhren. Die M√§use erkennen den Geruch des Erzfeindes und werden von einem Fluchtreflex ergriffen. Nicht praktisch f√ľr Allergiker…

Manche Trekker f√ľhren tats√§chlich auch Pfefferabwehrmittel (Pfefferspray) mit sich, wie es in B√§rengebieten √ľblich ist. Hierzulande allerdings eher als Abwehrmittel gegen Menschen, Wildschweinen und W√∂lfen. Mit dem Pfefferabwehrmittel kann man notfalls manche Stellen im Lager behandeln. Zum Beispiel die √Ąste der B√§ume, an denen die Vorr√§te aufgeh√§ngt sind.

 

Diese Mittel könnten auch helfen, sind aber auf einer Trekkingtour sehr umständlich bzw. sehr umstritten oder nicht vertretbar:

  • Brennnesseljauche.

  • Klang- und Windspiele.

  • Benutztes Katzenstreu.

  • Ultraschall-Ger√§te.

  • Terpentin.

  • Kasten- und K√§figfallen, Schlagfallen.

  • Giftk√∂der.

 

Es sei dahin gestellt, ob Brennesseljauche √ľberhaupt hilft. Und wer m√∂chte √ľberhaupt literweise der stinkenden Br√ľhe mitschleppen? Klangspiele oder Windspiele sollen M√§use durch das Ger√§usch fernhalten. Fraglich ist nur, ob dadurch der eigene Schlaf oder der der anderen Trekker gest√∂rt wird. Benutztes Katzenstreu ist sehr effektiv, stink aber bestialisch und ist unhygienisch! Man br√§uchte sch√∂n viel davon, um seinen Lagerplatz zu sch√ľtzen.

Es gibt batteriebetriebene Ultraschall-Ger√§te. Sie senden Tonsignale aus, die f√ľr uns nicht zu h√∂ren, aber f√ľr M√§use unertr√§glich w√§ren. Die Ultraschall-Ger√§te scheinen in der Praxis keinen richtigen Erfolg zu bringen. Die M√§use w√ľrden sich zu schnell an die Tonsignale gew√∂hnen. Man denke an zus√§tzlich zu tragendes Gewicht und an die Ersatz-Batterien.

Der stechende Geruch von Terpentin verscheucht M√§use. Man k√∂nnte in Terpentin getr√§nkte Baumwolllappen in die M√§usel√∂cher stopfen. Zu ber√ľcksichtigen ist, dass Terpentin giftig ist und den Boden verunreinigt. Daher ist Terpentin kein Mittel der Wahl.

Trekkingplatz M√§usefalleSchlagfallen d√ľrften schon allein aus ethischen Gr√ľnden bei vielen Trekkern keine L√∂sung sein. Bei einer M√§useplage m√ľssten die Schlagfallen √ľber Nacht st√§ndig von den toten Springm√§usen befreit und wieder aufgestellt werden.

Kasten- und K√§figfallen stellen einem vor weiteren Problemen: Wohin mit den gefangenen M√§usen? Dann f√§ngt man √ľber die ganze Nacht duzende M√§use und muss sie weit weg wieder aussetzen. Au√üerdem sind diese Fallen sperrig und schwer.

Mit Giftk√∂dern gef√§hrden wir andere Tiere und auch Menschen, die mit dem Gift in Ber√ľhrung kommen. Vor allem die auf dem Trekkingplatz spielenden Kinder. Vergiftete M√§use verenden qualvoll und vergiften andere Tiere, wenn sie gefressen werden. Die Giftk√∂der k√∂nnen den ganzen Lagerplatz kontaminieren.

Absolut nicht vertretbar sind: Giftköder, Kasten- und Käfigfallen, Schlagfallen, Terpentin.

 

Schlussendlich „k√∂nnten“ die Betreiber der Trekkingpl√§tze im Falle einer M√§useplage sogar den betroffenen Wildniszeltplatz f√ľr mindestens ein Jahr sperren! Sobald die Menschen fernbleiben, w√ľrden die nat√ľrlichen Feinde der Waldm√§use wieder den Platz f√ľr sich zur√ľckerobern und die M√§useplage langsam eind√§mmen. Aber keine Bange, tats√§chlich ist aber noch nie ein Lagerplatz tempor√§r geschlossen worden. Alternativ k√∂nnte etwas weiter entfernt ein neuer Naturlagerplatz¬†als Ersatz eingerichtet werden, bis sich der urspr√ľngliche Lagerplatz von den Waldm√§usen erholt.

 

Welche anderen Mittel und Techniken verwendet Ihr gegen M√§use? Welche Tipps und Tricks kennt Ihr sonst noch? Waren sie erfolgreich? Gerne w√ľrden wir sie auch ausprobieren. Helft anderen m√§usem√ľden Trekkern und hinterlasst uns ein Kommentar unter diesem Beitrag.

Trekkingplätze vorgestellt von Ingo

Wir w√ľrden uns sehr √ľber Eure besten M√§usebilder freuen! Ist Eure Trekkingplatz-Maus die gr√§sslichste, frechste oder niedlichste Maus von allen? Oder habt Ihr das M√§usefoto mit den meisten Waldm√§usen drauf? Schickt uns das Foto und wir stellen es hier ein.

 

Macht es gut!

Gut (Trekking-)Pfad!

 

Ingo & das Trekkingplatz-Team


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