đŸ”„Â MĂ€useplage auf dem Trekkingplatz: Was gegen MĂ€use hilft. MĂ€use vertreiben. đŸ”„

 

Waldmaus Lagerplatz

 

Auf manchen TrekkingplĂ€tzen kommt es bisweilen zu einer Überbevölkerung an MĂ€usen, einer MĂ€useplage. Das ist dann natĂŒrlich sehr Ă€rgerlich fĂŒr VorrĂ€te, AusrĂŒstung und den wohlverdienten Schlaf! Wie hoch die MĂ€usebevölkerung auf einem Waldlagerplatz ist, hĂ€ngt allgemein vom Wetter und vom Nahrungsangebot ab. Das heißt, wenn der Winter milde und das FrĂŒhjahr vorteilhaft waren; wenn die Eiche, die Buche und die Kastanie ihr Mastjahr hatten und auch sonst viel Nahrung zu finden ist, dann kann die MĂ€usepopulation sprunghaft ansteigen. Man spricht von einem MĂ€usejahr. Eine MĂ€useplage wird zusĂ€tzlich gefördert durch die Essensreste der Trekker und Fernwanderer auf gut besuchten NaturzeltplĂ€tzen. Zuweilen ist deshalb jedes Jahr ein MĂ€usejahr!

 

Die Waldmaus

Um welche MĂ€use handelt es sich letztendlich bei den Trekkinplatz-MĂ€usen?

Naturlagerplatz MĂ€use

F.C. Robiller von naturlichter.de

Allgemein werden die TrekkingplĂ€tze von der Waldmaus (Apodemus sylvaticus) besucht. Die Waldmaus zĂ€hlt innerhalb der Familie der LangschwanzmĂ€use (Muridae) zur Gattung der WaldmĂ€use (Apodemus). Sie wird im Volksmund auch Springmaus genannt. Die Waldmaus kann leicht mit der Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) verwechselt werden. Die Gelbhalsmaus ist jedoch etwas grĂ¶ĂŸer und der Schwanz ist ein wenig lĂ€nger. Womöglich sind vereinzelt auch andere Arten zu finden.

 

Hier ist die Waldmaus sehr gut beschrieben: Waldmaus – Tierdoku. Allgemein hat sie einen sehr gut entwickelten Geruchs- und Sehsinn. Sie lebt nicht im tiefen Wald, sondern eher auf freien FlĂ€chen mit GebĂŒsch, lichten WĂ€ldern und WaldrĂ€ndern. Somit sind die TrekkingplĂ€tze fĂŒr die Waldmaus geradezu ein StĂŒck Heimat 😕 . Sie ist hauptsĂ€chlich nachtaktiv, ist aber auch sehr hĂ€ufig tagsĂŒber zu sehen. KĂ€lte kann sie gut vertragen und hĂ€lt auch keinen Winterschlaf. ErwĂ€hnenswert ist, dass sie nicht nur sehr schnell ist, sondern sehr gut springen und klettern kann! Daher baut die „Springmaus“ nicht nur bis zu 50 cm tiefe Baue, sondern nistet auch in Baumhöhlen und VogelnistkĂ€sten.

 

Ist ein Naturlagerplatz von WaldmĂ€usen befallen, so sind die in der Regel einzelgĂ€ngerischen Tiere auch etwas geselliger. Wir haben persönlich und bei anderen Trekkern mehr als einmal erlebt, dass MĂ€use richtig frech sein können und keine Angst vor Menschen haben. Zelt und Wanderstöcke angeknappert, Isomatte und Socken durchlöchert, VorrĂ€te direkt neben einem von der Sitzbank geklaut, an BĂ€umen aufgehĂ€ngte RucksĂ€cke angenagt, Schuhsohlen und AufbewahrungssĂ€cke angefressen, in HĂ€ngematten hineingeklettert und noch vieles mehr. Was nicht vorkommt, ist dass sich eine ganze „Meute“ WaldmĂ€use auf potenzielle Nahrung stĂŒrzt – da bleiben sie in ihrem Fresstrieb EinzelgĂ€nger.

 

Maßnahmen gegen MĂ€use

Katze TrekkingplatzWie kann eine MĂ€useplage verhindert werden? Und was kann man tun, wenn die MĂ€use schon lĂ€ngt ĂŒberhand genommen haben? Was hilft gegen MĂ€use? Wie kann man MĂ€use vertreiben?

Die natĂŒrlichste Methode eine MĂ€useplage in Schach zu halten oder gar zu eliminieren, ist eine Katze einzusetzen, der beste MĂ€usejĂ€ger der Welt. Nur eine Hauskatze im Wald auszuwildern ist nicht tierlieb. Außerdem wĂŒrden Trekker sie vermutlich fĂŒttern, so dass sie sich nicht mehr fĂŒr MĂ€use interessiert. Und eine Wildkatze ist zu scheu, um sich die LagerplĂ€tze mit den Menschen zu teilen und bleibt fern. Das gilt auch fĂŒr Greifvögel, wie MĂ€usebussarde und Eulen aller Art, die ebenso die von Menschen besuchten WildniszeltplĂ€tze meiden.

Kommen wir zu etwas praktischeren Maßnahmen gegen SpringmĂ€use. Einerseits können wir durch angebrachtes Verhalten als Trekker und zudem zusĂ€tzlich durch einige Mittel zur Abwehr und Abschreckung den Nagern auf die Pelle rĂŒcken.

 

Angebrachtes Verhalten als Trekker und Fernwanderer

Das eigene Verhalten kann dazu beitragen weniger von MÀusen belÀstigt zu werden. Zudem kann es helfen eine MÀuseplage vorzubeugen. Aber was sollte man als Trekker und Fernwanderer allgemein beachten? Hier ein paar Tipps und Tricks:

  • Nicht fĂŒttern! So niedlich sie auch aussehen.

  • Keine Essensreste auf dem Trekkingplatz hinterlassen!

  • EssensabfĂ€lle nicht in den Wald werfen!

  • MĂŒll und AbfĂ€lle immer mitnehmen!

  • VorrĂ€te sicher einpacken!

  • VorrĂ€te bzw. Rucksack hoch an einen Baum aufhĂ€ngen.

 

MĂ€use fĂŒtternDie gefĂŒtterten MĂ€use verlieren ihre Scheu und trauen sich auch bei Tageslicht an die Trekker heran, in der Erwartung noch mehr Leckereien zu bekommen. Auch nachfolgende Wanderer werden von diesen MĂ€usen regelrecht traktiert. Hinterlassene Essensreste am Platz und weggeworfene EssensabfĂ€lle im Wald locken noch mehr WaldmĂ€use aus dem Umkreis heran. Auch die im Rucksack sicher geglaubte VorrĂ€te werden dann Ziel der feinen Nasen. Und nach dem Essen zunĂ€chst alles liegen zu lassen…. ist eigentlich eine Einladung an die Nager.

Zu beachten ist, dass MĂ€use sich durch PlastiksĂ€cke, RucksĂ€cke und Zeltplanen knappern können. Zur sicheren Aufbewahrung von VorrĂ€ten sind verschließbare Boxen, BehĂ€lter und Dosen aus festem Material optimal. Sie sind aber meist schwer und sperrig! Ersatzweise kann man wasserdichte AufbewahrungstĂŒten oder SĂ€cke verwenden. Durch die Wasserdichtigkeit können die WaldmĂ€use die Nahrung nicht riechen und finden sie nicht. Sind die TĂŒten und SĂ€cke aber außen mit dem Essen in Kontakt gekommen, werden auch sie Opfer der kleinen ZĂ€hnchen.

 

Rucksack aufhÀngen auf dem Trekkingplatz

Diese RucksÀcke hÀngen immer noch zu tief! Noch höher ziehen!

Am besten hĂ€ngt man gleich sein ganzes nicht benötigtes Hab und Gut an einen Baum. Denn auf Trekkingtour riecht die TrekkingausrĂŒstung irgendwann zwangslĂ€ufig nach Nahrung. Aber MĂ€use können gut klettern, auch an waagrechten SchnĂŒren entlang und sehr gut springen!

Also wie den Rucksack aufhĂ€ngen? Am besten so: Man bindet ein ausreichend langes Seil (z.B. 4 m) an den Rucksack, das andere Seilende beschwert man mit einem angebundenen Stöckchen (oder Steinchen) und wirft es ĂŒber einen mindestens 3 m hohen Ast. Nun wird der Rucksack hochgezogen bis er auf halber Höhe in der Luft hĂ€ngt und festgebunden. Sehr wichtig ist es, genug Abstand vom Baumstamm zu halten. HĂ€ngt auf keinen Fall den Rucksack direkt an den Baumstamm oder ohne Seil an einen Ast. Den Rucksack zusĂ€tzlich in eine Regenabdeckung oder einen Plastiksack zu stecken hilft nicht nur gegen Regen, sondern gegen den Geruchssinn der Nager. Ist kein angemessener Ast zu finden, so bindet man zuerst ein waagrechtes Seil zwischen zwei BĂ€umen auf.

Die Freunde der HĂ€ngematten können sich leider nicht immer sicher fĂŒhlen! Sind die Nager besonders hungrig, so klettern sie die BĂ€ume hoch und ĂŒber die Seile in die HĂ€ngematte. Hier hilft ein genialer Trick: Man spannt das Tarp so tief ĂŒber die HĂ€ngematte, dass es auf die Seile der HĂ€ngematte aufliegt. Die WaldmĂ€use, die ĂŒber die Seile getĂ€nzelt kommen, rutschen auf dem Tarp aus in die Tiefe! 😆 Ersatzweise bastelt man sich zwei „Halskrause“ aus glattem Material fĂŒr die Leinen, z.B. aus einer halbierten PET-Flasche.

Faustregel: Was sie nicht sehen oder riechen können, das macht sie auch nicht heiß!

 

Mittel zur Abwehr und Abschreckung gegen MĂ€use

Es gibt diverse Mittel, die MĂ€use abwehren und abschrecken können. Es handelt sich hierbei meist um Hausmittel, die ĂŒberall leicht zu bekommen sind. Neben dem richtigen Verhalten gegenĂŒber den SpringmĂ€usen, ergĂ€nzen diese Mittel die BemĂŒhungen der Trekker sich zu wehren. Eine hundertprozentige ZuverlĂ€ssigkeit ist aber nicht gegeben. Diese Hausmittel können helfen:

  • Cayennepfeffer.

  • Chilischoten oder Chilipulver.

  • OleanderblĂ€ttern, GewĂŒrznelken.

  • Kamille, Pfefferminz, Minze, Lavendel (auch als Öl).

  • Pfefferabwehrmittel (Pfefferspray)!

  • Katzenhaare.

 

Chili gegen MĂ€useDas Prinzip der oben genannten Mittel ist einfach. MĂ€use haben einen hervorragenden Geruchssinn, den man sich zunutze machen kann. Man streut die fĂŒr die SpringmĂ€use abstoßende Hausmittel aus. So kann man ganz gezielt sein Nachtlager, die TrekkingausrĂŒstung und die VorrĂ€te schĂŒtzen. Die scharfen und wĂŒrzigen GerĂŒche verschleiern zudem die Duftspuren der MĂ€use, die dann Ihre Wege nicht mehr finden. Daher können zusĂ€tzlich die MĂ€uselöcher und MĂ€usewege in der NĂ€he behandelt werden. Keine Sorge, WaldmĂ€use legen mehrere AusgĂ€nge an.

Besonders effektiv sind Cayennepfeffer und Chili. Diese scharfen GewĂŒrze treiben aber nicht nur den Nagern die TrĂ€nen in den Augen! Hier ist höchste Vorsicht geboten, denn leicht sind HĂ€nde und AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde damit beschmiert. Sollte es dann zum Kontakt mit den Augen kommen, hilft nur noch reichlich auswaschen!

Lavendel auf dem TrekkingplatzSollte man sich daher gegen scharfe GewĂŒrze entscheiden, können auch nicht so aggressive pflanzliche Mittel helfen.  OleanderblĂ€ttern, GewĂŒrznelken, Kamille, Pfefferminz, Minze, Lavendel (auch als Öl oder Duftwasser). Der Vorteil dieser liegt darin, dass die TrekkingausrĂŒstung und die VorrĂ€te damit gezielt behandelt werden können. In fester Form (z.B. als BlĂ€tter) können sie gut in kleinen Stoffbeutelchen aufbewahrt werden, die zur AusrĂŒstung gesteckt werden. In Form Ă€therischer Öle oder DuftwĂ€sserchen haften sie besser an zu behandelnden Objekten, wie Leinen, Ästen, Planen, RucksĂ€cke usw. Auch dann ist eine gewissen Vorsicht geboten, nichts in die Augen zu bekommen.

Pfefferspray auf TrekkingWer an Katzenhaare kommt, kann diese ebenso in Stoffbeutelchen sammeln und mit sich fĂŒhren. Die MĂ€use erkennen den Geruch des Erzfeindes und werden von einem Fluchtreflex ergriffen. Nicht praktisch fĂŒr Allergiker…

Manche Trekker fĂŒhren tatsĂ€chlich auch Pfefferabwehrmittel (Pfefferspray) mit sich, wie es in BĂ€rengebieten ĂŒblich ist. Hierzulande allerdings eher als Abwehrmittel gegen Menschen, Wildschweinen und Wölfen. Mit dem Pfefferabwehrmittel kann man notfalls manche Stellen im Lager behandeln. Zum Beispiel die Äste der BĂ€ume, an denen die VorrĂ€te aufgehĂ€ngt sind.

 

Diese Mittel könnten auch helfen, sind aber auf einer Trekkingtour sehr umstÀndlich bzw. sehr umstritten oder nicht vertretbar:

  • Brennnesseljauche.

  • Klang- und Windspiele.

  • Benutztes Katzenstreu.

  • Ultraschall-GerĂ€te.

  • Terpentin.

  • Kasten- und KĂ€figfallen, Schlagfallen.

  • Giftköder.

 

Es sei dahin gestellt, ob Brennesseljauche ĂŒberhaupt hilft. Und wer möchte ĂŒberhaupt literweise der stinkenden BrĂŒhe mitschleppen? Klangspiele oder Windspiele sollen MĂ€use durch das GerĂ€usch fernhalten. Fraglich ist nur, ob dadurch der eigene Schlaf oder der der anderen Trekker gestört wird. Benutztes Katzenstreu ist sehr effektiv, stink aber bestialisch und ist unhygienisch! Man brĂ€uchte schön viel davon, um seinen Lagerplatz zu schĂŒtzen.

Es gibt batteriebetriebene Ultraschall-GerĂ€te. Sie senden Tonsignale aus, die fĂŒr uns nicht zu hören, aber fĂŒr MĂ€use unertrĂ€glich wĂ€ren. Die Ultraschall-GerĂ€te scheinen in der Praxis keinen richtigen Erfolg zu bringen. Die MĂ€use wĂŒrden sich zu schnell an die Tonsignale gewöhnen. Man denke an zusĂ€tzlich zu tragendes Gewicht und an die Ersatz-Batterien.

Der stechende Geruch von Terpentin verscheucht MĂ€use. Man könnte in Terpentin getrĂ€nkte Baumwolllappen in die MĂ€uselöcher stopfen. Zu berĂŒcksichtigen ist, dass Terpentin giftig ist und den Boden verunreinigt. Daher ist Terpentin kein Mittel der Wahl.

Trekkingplatz MĂ€usefalleSchlagfallen dĂŒrften schon allein aus ethischen GrĂŒnden bei vielen Trekkern keine Lösung sein. Bei einer MĂ€useplage mĂŒssten die Schlagfallen ĂŒber Nacht stĂ€ndig von den toten SpringmĂ€usen befreit und wieder aufgestellt werden.

Kasten- und KĂ€figfallen stellen einem vor weiteren Problemen: Wohin mit den gefangenen MĂ€usen? Dann fĂ€ngt man ĂŒber die ganze Nacht duzende MĂ€use und muss sie weit weg wieder aussetzen. Außerdem sind diese Fallen sperrig und schwer.

Mit Giftködern gefĂ€hrden wir andere Tiere und auch Menschen, die mit dem Gift in BerĂŒhrung kommen. Vor allem die auf dem Trekkingplatz spielenden Kinder. Vergiftete MĂ€use verenden qualvoll und vergiften andere Tiere, wenn sie gefressen werden. Die Giftköder können den ganzen Lagerplatz kontaminieren.

Absolut nicht vertretbar sind: Giftköder, Kasten- und KÀfigfallen, Schlagfallen, Terpentin.

 

Schlussendlich „könnten“ die Betreiber der TrekkingplĂ€tze im Falle einer MĂ€useplage sogar den betroffenen Wildniszeltplatz fĂŒr mindestens ein Jahr sperren! Sobald die Menschen fernbleiben, wĂŒrden die natĂŒrlichen Feinde der WaldmĂ€use wieder den Platz fĂŒr sich zurĂŒckerobern und die MĂ€useplage langsam eindĂ€mmen. Aber keine Bange, tatsĂ€chlich ist aber noch nie ein Lagerplatz temporĂ€r geschlossen worden. Alternativ könnte etwas weiter entfernt ein neuer Naturlagerplatz als Ersatz eingerichtet werden, bis sich der ursprĂŒngliche Lagerplatz von den WaldmĂ€usen erholt.

 

Welche anderen Mittel und Techniken verwendet Ihr gegen MĂ€use? Welche Tipps und Tricks kennt Ihr sonst noch? Waren sie erfolgreich? Gerne wĂŒrden wir sie auch ausprobieren. Helft anderen mĂ€usemĂŒden Trekkern und hinterlasst uns ein Kommentar unter diesem Beitrag.

TrekkingplÀtze vorgestellt von Ingo

Wir wĂŒrden uns sehr ĂŒber Eure besten MĂ€usebilder freuen! Ist Eure Trekkingplatz-Maus die grĂ€sslichste, frechste oder niedlichste Maus von allen? Oder habt Ihr das MĂ€usefoto mit den meisten WaldmĂ€usen drauf? Schickt uns das Foto und wir stellen es hier ein.

 

Macht es gut!

Gut (Trekking-)Pfad!

 

Ingo & das Trekkingplatz-Team